TAKLA FÖRDERPREIS 2025 FÜR JUNGE SYRISCHE KUNST

24. April 2026 bis 6. Juni 2026
TAKLA FÖRDERPREIS  2025 FÜR JUNGE SYRISCHE KUNST
Judy Machnok, „Reisende“,Künstlerbuch, 15 x 10 cm
Ausstellung der nominierten Künstlerinnen und Künstler im HAUS DER SYRISCHEN KUNST in Bremen:

Emel Aflak; Judy Machnok; Julnar Shahhoud; Kareem Al Khateeb, Magd Sousou, Ola Abd Alkader, Rida Alahmar, Riham Alhaik, Sara Kanaa Al-Halabi, Tariq Safieh, Youmna Al Salakh

Der zum dritten Mal von der Takla Stiftung ausgeschriebene Förderpreis für junge syrische Kunst stand 2025 unter dem Motto Zuversicht & Sensibilität. Der Fokus lag auf dem Medium Papier mit seinen spezifischen Besonderheiten, seiner Fragilität und seiner großartigen Vielseitigkeit. In der Ausstellung werden ausgewählte Werke der nominierten Künstlerinnen und Künstler gezeigt. Ihre Aufgabe war es 2025, Antworten auf die Frage zu formulieren: „Welche Möglichkeiten künstlerischen Gestaltens eröffnen sich mit dem Material und Medium Papier?“

Die Bekanntgabe der Preisträger sowie die Preisverleihung fand am 24. April 2026 um 18 Uhr im Haus der syrischen Kunst in Bremen statt.

Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus drei Juroren zusammen, ihr gehörten an: Angela Lammert (Kunsthistorikerin, Akademie der Künste, Berlin, PD an der HU Berlin), Lara Faroqhi (Künstlerin Zeichnung/Film), Berlin) und Frizzi Krella, Direktorin des Hauses der syrischen Kunst.

Einstimmig erkannte die Jury der Künstlerin Judy Machnok den ersten Preis für ihr Buch nach Nizar Kabbanis Gedicht Travellers/Reisende zu, der mit 3000 Euro dotiert ist. Der zweite Preis ging an Kareem Al-Khateeb für seine Serie: The visible / the invisible. Den dritten Preis erhielt Julnar Shahhoud mit der Zeichnungsserie A Symphony from a Restless Mountain (Eine Symphonie aus einem unruhigen Berg), jeweils dotiert mit 1000 Euro.

Judy Machnok erhielt den ersten Preis für ihr Buch Travellers nach Nizar Kabbani’s gleichnamigen Gedicht Travellers. Die Jury befand, dass ihre Arbeit künstlerisch herausstach und lobte das kontinuierliche Einhalten der Vorgabe des Mottos. Machnok verwendete selbst hergestellte handgeschöpfte Papiere, bei denen sie das Ausdruckspotenzial des Materials Papier sensibel erforscht. Dabei kombiniert sie Pigmente, Texturen und alternative Medien, um Werke zu schaffen, die ihre kulturellen Wurzeln und persönlichen Erfahrungen widerspiegeln. In ihrer künstlerischen Setzung und in den technischen Fähigkeiten erzielt sie eine hohe ästhetische Qualität, die sich aus allen Bewerbern heraushob.Für ihr Künstlerbuch Travellers, (Auflage 1/3), wählte die Künstlerin sieben analoge historische Fotografien aus ihrer Geburtsstadt Hama in Syrien aus, die zwischen 1903 und 1982 aufgenommen wurden. Sie verweisen auf die wechselhafte Geschichte der Stadt, die von schweren Zerstörungen und Massakern heimgesucht wurde und symbolisch für das Land Syrien gelesen werden können. Mit ihrem kleinen Büchlein schafft die Künstlerin ein Denkmal zur Mahnung an Menschlichkeit, damit verbinden sich auch Zuversicht und Sensibilität im Hoffen auf eine menschenwürdigere Zukunft.

Der Maler und Zeichner Kareem Al-Khateeb bekam von der Jury den 2. Platz für zwei sehr originelle Zeichnungen der Serie The visible / the invisible zuerkannt. Aus einem selbst gebauten Zeichensystem mit Koordinaten heraus operiert er auf dem Papier über Linien und Klebestreifen in den Raum hinein. Es geht ihm um das Sichtbarmachen von symbolischen Zeichen, die er aus dem Zustand des Unterbewussten in den Zustand des Sichtbaren/ Wahrnehmbaren überträgt. Dabei bezieht er sich sowohl auf eigene Erfahrungen als auch auf wissenschaftliche psychologische Referenzen.

Julnar Shahhoud erhielt den 3. Preis für die Zeichnungsserie A Symphony from a Restless Mountain (Eine Symphonie aus einem unruhigen Berg). Darin schöpft die Künstlerin aus ihren Erinnerungen an ihre Heimat, die sich im Laufe der Zeit verändern, langsam verwittern und sich neu formieren. Die Natur wird hier zum lebendigen Archiv und zur Quelle der Inspiration für farbige abstrakte Erinnerungslandschaften. Ihre Bewegungen und subtilen Veränderungen zeigen Muster auf, die an das menschliche Leben erinnern:  Spannungen zwischen Fürsorge und Gewalt, Ausdauer und Zerbrechlichkeit, Ruhe und auch der ihr innewohnenden Bedrohung.

Der Förderpreis für junge Kunst aus Syrien wurde 2021 zum ersten Mal von der Takla Stiftung ausgeschrieben. Trotz der anhaltend schwierigen Situation der Künstlerinnen und Künstlern syrischer Herkunft soll er der heranwachsenden Generation eine Unterstützung zur freien Entfaltung der Künste zuteilwerden lassen. Zudem soll er ihnen eine Sichtbarkeit über die Grenzen des eigenen Landes hinaus ermöglichen.

Die im Rahmen des Takla-Förderpreises ausgewählten Positionen junger Kunst aus Syrien verdeutlichen, dass Kunst eine internationale Sprache ist. Sie eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, um Emotionen, Traditionen und Visionen Gestalt zu geben und Unaussprechliches zu formulieren.



Judy Machnok, „Reisende“, 2025, Künstlerbuch, 15 x 10 cm

 
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